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euROBIN: MIRMI forscht zu Fertigung in der Kreislaufwirtschaft

Umwelt, Forschung |

Im gerade gestarteten Horizon-Projekt euROBIN übernimmt das Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) die Koordinierung des Arbeitspaketes „Fertigung durch Roboter in der Kreislaufwirtschaft“. Zudem wird die Idee der Robothon® Grand Challenge von MIRMI erweitert durch euROBIN Robotic Challenges. Der wissenschaftliche Leiter am MIRMI Dr. Utku Culha über die Aufgaben der Forscher der Technischen Universität München (TUM).

Welche Ziele verfolgt das neue Forschungsprojekt euROBIN?

Das Projekt euROBIN wird von der DLR koordiniert und vom Horizon-Programm der Europäischen Kommission finanziert. Es verfolgt das Ziel, ein Netzwerk von Exzellenz-Zentren für Robotik in Europa aufzubauen. Das MIRMI ist einer von 31 Partnern aus 24 Forschungsinstituten und sieben Industriepartnern, die gemeinsam daran arbeiten, Robotikwissen in Europa aufzubauen. Konkret geht es darum, KI-Tools, Softwarearchitekturen und Hardware-Komponenten weiterzuentwickeln und wiedereinsetzbar zu machen. Damit schaffen wir es, Dienstleistern die Programmierung und das Anlernen von Robotern zu ermöglichen und ihnen die ganze Breite von Anwendungsbereichen und -szenarien sowie die technischen Umgebungen zugänglich zu machen. Das große Ziel besteht darin, eine Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie auf die Beine zu stellen, die Robotikanwendungen greifbar macht. Wichtiges Instrument sind jährliche „Challenges“ – Wettbewerbe, in denen Wissen, Fähigkeiten und Expertise zwischen den Partnern ausgetauscht werden. Dieses Netzwerk bietet sowohl zentralisierte als auch dezentrale Robotik- und KI-Lösungen. Der Vorteil ist, dass dadurch Partner ermutigt werden, ihre Forschungsergebnisse mit anderen zu teilen und eine Datenbank der Exzellenz-Robotik in Europa aufzubauen.

Welche Aufgaben übernimmt die Technische Universität München (TUM) bzw. das MIRMI in diesem Projekt?

In euROBIN gibt es drei Anwendungsbereiche (Robotik in der Fertigung, persönliche Assistenzroboter und Outdoor-Roboter) und vier wissenschaftliche Bereiche (Interaktion, Lernen, Wissen und Mensch-Zentrierung). MIRMI ist für die Koordination des Arbeitspaketes und Anwendungsbereiches "Robotic manufacturing for a circular economy" (Fertigung durch Roboter in einer Kreislaufwirtschaft) verantwortlich. Unser Ziel ist, wichtige Kernherausforderungen der Industrie zu identifizieren, die wissenschaftlich adressiert werden können, etwa hinsichtlich der automatisierten Montage oder dem assistierten Arbeiten. In unserem Arbeitsbereich „Robotik in der Fertigung“ werden wir, wie die Verantwortlichen anderer Arbeitsbereiche auch, mit den entsprechenden Wissenschaftsbereichen zusammenarbeiten, um Anforderungen für greifbare Anwendungen zu finden und auf dem höchsten Niveau daran forschen. MIRMI wird dafür verantwortlich sein, intelligente und mit Sensoren ausgestattete IoT-Boards zu entwickeln, die Daten der Interaktion von Menschen und Robotern während der Fertigung sammeln. Wir werden diese Boards Forschungs- und Industriepartnern des Projektes zur Verfügung stellen, um sämtliche Interaktionsdaten aus dem Netzwerk zusammenzuführen. Das gibt dem euROBIN-Netzwerk die Chance, gemeinsam Aufgaben in der Fertigung zu adressieren, die Daten für dynamische Manipulation, die Interaktion mit flexiblen Objekten, die Entwicklung von Interfaces für bestehende Tools in der Fertigung und die engere Mensch-Roboter-Kollaboration erfordern. Zudem wird es einmal im Jahr „Challenges“ geben, im Rahmen eines Wettbewerbs, in dem Partner ihre Fähigkeiten und Tools unter Beweis stellen und die besten KI- und Robotik-Methoden in der Fertigung für die Kreislaufwirtschaft ausgezeichnet werden.

Welche Rolle spielt der Robothon®, ein Wettbewerb, der ja schon zwei Mal parallel zur munich_i am Rande der Messe automatica stattgefunden hat?

Die Robothon® Grand Challenge war mit ausschlaggebend für unsere „Challenges“-Struktur im Projekt euROBIN. Denn diese vom MIRMI organisierten und bereits zwei Mal (2021 und 2022) ausgerichteten Wettbewerbe haben bewiesen, dass Robotik-Wettbewerbe dezentral stattfinden können – und sich die Teilnehmer nicht zentral vor Ort befinden müssen. Der Einsatz von IoT-Boards für das Monitoring der Leistungsfähigkeit der Roboter während dieser Wettbewerbe befeuerte zudem die Idee, auch in euROBIN einen solchen Ansatz zu verfolgen. Der Vorteil: Wissen, Fähigkeiten und Informationen über die Leistungsfähigkeit der Roboter im Rahmen spezifischer Anwendungen können gesammelt und mit anderen geteilt werden. Wir sind überzeugt: Robothon® Grand Challenges und euROBIN Robotic Challenges werden Robotik-Entwickler in der ganzen Welt begeistern.