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Von der TUM zum ausgezeichneten Start-up: Olive Robotics gewinnt RIG Award
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Forschung, Industrie und Politik: In der Robotikszene tut sich einiges. Das zeigt auch die German Robotics Conference (GRC), die Fachkonferenz des Robotics Institute Germany (RIG). Dort kommen zentrale Akteurinnen und Akteure der deutschen Robotik- und KI-Landschaft zusammen. In diesem Jahr fand bereits die zweite Ausgabe der Konferenz statt. Vorgestellt werden aktuelle Entwicklungen und bahnbrechende Forschungsergebnisse – aber nicht nur das. Auch Start-ups stellen ihr Können unter Beweis.
Beim Startup Award 2026, der im März im Rahmen der GRC stattfand, traten fünf Start-ups gegeneinander an: DynamoBot, enabling-robotics, FORMOVE, Versatile Robotics und Olive Robotics. Zwei der Finalisten, Olive Robotics und FORMOVE, werden vom TUM-basierten Robotik-Inkubator robo.innovate unterstützt und unterstreichen damit die Stärke des Münchner Innovationsökosystems. Den Award gewann schließlich Olive Robotics.
Olive Robotics, mitgegründet von Dr.-Ing. Edwin Babaians, Co-Founder und CTO, entwickelt eine neue Generation von Sensorintelligenz für autonome Systeme. Im Mittelpunkt steht dabei eine zentrale Herausforderung der Robotik: die Zuverlässigkeit von Sensordaten. Wie Babaians erklärt, adressiert Olive Robotics „einen grundlegenden Engpass in der Robotik: unzuverlässige Sensorik, verursacht durch nicht-deterministische Daten, Latenzen und fragmentierte Systemarchitekturen.“ Der Ansatz des Start-ups besteht darin, Intelligenz direkt in den Sensor zu integrieren und Rohdaten in strukturierte, synchronisierte Echtzeit-Datenströme zu überführen. So können Roboter ihre Umgebung präziser und verlässlicher wahrnehmen. Ein wichtiger Schritt hin zu stabileren und skalierbaren autonomen Systemen. Der Gewinn des RIG Outstanding Startup Award ist für das Team ein bedeutender Meilenstein. Babaians sagt dazu: „Er schafft Vertrauen bei unseren Kunden und motiviert uns, noch bessere Produkte zu entwickeln und die Anforderungen der Robotik in realen Anwendungen zu erfüllen und zu übertreffen.“
Das Start-up entstand als Spin-off der Technischen Universität München (TUM) auf Basis von Forschung in den Bereichen Robotik, Sensorfusion und eingebettete Systeme. Das Unternehmen ist Teil des Ökosystems des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI), in dem interdisziplinäre Forschung auf unternehmerische Umsetzung trifft. Prof. Lorenzo Masia, TUM MIRMI Executive Director, sagt zur Verleihung: „Der Erfolg von Olive Robotics zeigt, dass wir am TUM MIRMI in der Lage sind, Spitzenforschung in global wettbewerbsfähige Start-ups zu überführen.“ Gleichzeitig betont er, dass Europa in der Deep-Tech-Robotik eine führende Rolle einnehmen kann. Initiativen wie robo.innovate seien dabei entscheidend: „robo.innovate schließt die Lücke zwischen Forschung und Markt, indem es Start-ups frühzeitig Zugang zu Infrastruktur, Expertise und Unterstützung beim Wachstum bietet“, so Prof. Masia. Auch die Zusammenarbeit mit der Industrie spiele eine zentrale Rolle: „Erfolgreiche Robotik entsteht nur im engen Zusammenspiel von Forschung und Industrie. So können Lösungen schneller validiert und gezielt an reale Anforderungen angepasst werden.“
Für die Zukunft verfolgt Olive Robotics eine klare Vision. Wie Babaians beschreibt: „Our vision is to build the sensing foundation for scalable embodied AI.“
Text: Sarra Chaouch-Şimşek