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Sapios gewinnt Thomas Edison Award in der Kategorie Gold
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Die Zukunft des Fahrens, oder genauer gesagt des Fahrenlernens, steht im Fokus von Sapios. Das Unternehmen hat ein Automated Road Test System (ARTS) entwickelt, das traditionelle menschliche Fahrprüfer durch eine intelligente, datengestützte Bewertung ersetzt. "Wir bieten im Moment ein System an, das auf einem iPhone ausgeführt wird und im Auto auf dem Frontboard befestigt wird.", erklärt Prof. Achim Lilienthal, Head of Research and Industrial Collaborations bei Sapios und stellvertretender Direktor des TUM MIRMI. „Das Handy wird dann zum Fahrprüfer. Es spricht die Instruktionen, bewertet die Fahrweise und entscheidet letztlich, ob die Fahrprüfung bestanden wird."
Die Technologie erreicht eine Übereinstimmung von 97% mit menschlichen Prüfern bei gleichzeitig bislang 0% Falschpositiven, also keinen Fällen, in denen eine Prüfung fälschlicherweise als bestanden bewertet wurde. Sapios, früher bekannt als QTPIE, ersetzt damit eine Praxis, die seit über 100 Jahren im Wesentlichen unverändert geblieben ist. Die zentrale Herausforderung liegt dabei in der realen Fahrumgebung und ihrer ständigen Veränderung. Das entwickelte System muss mit einer Vielzahl unterschiedlicher Fahrstile und Verkehrssituationen umgehen und gleichzeitig konsistent zuverlässige Bewertungen liefern. Das Training mit Echtweltdaten, insbesondere aus zahlreichen realen Prüfungssituationen mit Prüfenden der US-Fahrerlaubnisbehörde (Department of Motor Vehicles, DMV) in Virginia, ist entscheidend, um ein hohes Maß an Übereinstimmung mit menschlichen Prüfenden zu erreichen.
Die Auszeichnung mit dem Thomas Edison Award in der Kategorie Gold unterstreicht, wie Sapios den gesellschaftlichen Fortschritt vorantreibt. "Wir revolutionieren die Fahrprüfung", betont Lilienthal. "Wir machen die Führerscheinprüfung objektiver und günstiger." Das Unternehmen löst damit eines der drängendsten Probleme moderner Gesellschaften: die ineffiziente und subjektive Bewertung von Fahrfähigkeiten.
Die Technologie von Sapios hat über den Bereich der Fahrprüfungen hinausgehende Potenziale. "Wir haben neun verschiedene Anwendungsbereiche", so Lilienthal. „Wir schauen uns auch den Prozess des Fahrenslernens mit dem langfristigen Ziel an, dass eine separate Prüfung nicht mehr notwendig ist. Zudem haben wir begonnen, mögliche Anwendungen im Gesundheits- und Rehabilitationsbereich wissenschaftlich zu untersuchen." Die Vision für die Zukunft ist ambitioniert: "In zehn Jahren wollen wir der globale Standard für Fahrprüfungen sein", formuliert CEO Ravi Teja Chadalavada.
Durch die enge Verbindung mit TUM MIRMI und der TU München entsteht hier Technologie, die nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sein kann, sondern auch reale gesellschaftliche Probleme löst.
Text: Sarra Chaouch-Şimşek