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Laufrobotik für die Zukunft der Logistik
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Softer Robotics Team (v. l. n. r.): Joel Ramadani, Kira Dianova, Vasilije Rakčević und Maria Fomina. Nicht im Bild: Lingyun Chen — Foto: Arda Can Boyraz / TUM MIRMI
Was ist die Hauptidee hinter Softer Robotics, und welches Problem möchten Sie in der Logistik lösen?
Softer Robotics ist ein von der TUM unterstütztes, forschungsbasiertes Spin-off, das an einer Laufroboter-Lösung zur Automatisierung unstrukturierter Prozesse arbeitet, die über den Betrieb auf ebenem Boden hinausgeht. Unser Hauptfokus liegt auf dem Logistikmarkt. Jeden Tag bearbeiten Arbeitskräfte unter Zeitdruck manuell Hunderte von Paketen und schweren Lasten. Es handelt sich um körperlich anspruchsvolle Arbeit mit hohen Kosten. Wir bauen einen Laufroboter, der genau das übernimmt und unsere Partner bei Arbeitsabläufen mit sperrigen und schweren Paketen unterstützt. Unsere Lösung basiert auf neuartigen Technologien für Ausdauer und kollaborative Robotik, die an der TUM entwickelt wurden.
Wie haben TUM MIRMI und robo.innovate Sie bisher auf Ihrer Startup-Reise unterstützt?
TUM MIRMI ist ein Ort, an dem Innovation gedeiht. Ein integrativer Ansatz für Forschung und Entwicklung gewährleistet die Verfügbarkeit eines vielfältigen Kompetenzspektrums, das erforderlich ist, um solche Herausforderungen zu bewältigen. Darüber hinaus ist das große Ökosystem sowohl auf Seiten der Forschung als auch der Industrie ein bedeutender Vorteil. Während sich das Institut auf Forschung und Entwicklung konzentriert, bietet robo.innovate umfangreiche Unterstützung bei der Kommerzialisierung der entwickelten Technologien. Es bringt relevante Akteure zusammen, stellt zusätzliche Infrastruktur bereit, organisiert Veranstaltungen, vermittelt Fördermöglichkeiten, findet relevante Personen und hilft uns dabei, wichtige Fragen in allen Phasen der Startup-Entwicklung zu klären. Durch Mentoring und begleitende Unterstützung stellen sie sicher, dass jedes Team die Möglichkeit erhält, das Ökosystem bestmöglich zu nutzen.
Softer Robotics hat eine TUM ForTe Proof-of-Concept-Förderung in Höhe von 50.000 Euro erhalten. Wie können sich Startups für diese Förderung bewerben, und welchen Rat würden Sie anderen Teams geben, die sich für eine ähnliche Unterstützung bewerben?
Die TUM ForTe PoC-Förderung wird für die Weiterentwicklung neuartiger Technologien aus der TUM vergeben, die nachgewiesenes kommerzielles Potenzial besitzen. Die Beantragung der Förderung wird über das TUM Patentbüro abgewickelt. Diese Förderung wird häufig genutzt, um Lücken beim Forschungstransfer zu überbrücken oder die Technologie für anschließende größere Fördermöglichkeiten wie den EXIST-Forschungstransfer zu stärken. Von den Bewerbenden wird erwartet, dass sie Fortschritte im Zusammenhang mit ihrer Technologieentwicklung zeigen, die Marktrelevanz nachweisen und klare Meilensteine angeben. Zusätzlich sollte dargestellt werden, wie diese Förderung in die nachfolgenden Förderphasen passt. Unsere Technologie ist entscheidend, um ausdauerfähige Laufroboter mit hoher Nutzlast zu ermöglichen. Wir haben von Beginn unserer Reise an eng mit dem TUM Patentbüro zusammengearbeitet. Unter Berücksichtigung der Neuartigkeit der Technologie, der aktuellen Markttrends und des Interesses aus der Industrie war die Förderung eine ideale Gelegenheit, eine schnelle Markteinführung dieser Technologie sicherzustellen.
Wie werden Sie die Förderung einsetzen, und was sind Ihre nächsten Schritte bei der Entwicklung der Technologie?
Wir nutzen die erhaltene Förderung, um die ersten Teilzeitassistenzkräfte einzustellen. Sie ist eine wichtige Ressource für unsere Hardware-, Software- und Integrationsarbeiten am Prototyp der unteren Gliedmaßen, der auf unserer Antriebstechnologie basiert. Darüber hinaus arbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden daran, alle erforderlichen Anforderungen zu verstehen und unser erstes minimum viable product (MVP), also unsere erste Produktversion, in den nächsten Monaten einzusetzen.
Wo sehen Sie Softer Robotics in zehn Jahren?
In zehn Jahren wird Softer Robotics der führende Anbieter kollaborativer Laufrobotik in Europa sein. Denken Sie beim nächsten Mal, wenn Sie durch die Straßen gehen, daran, wie Roboter überall um uns herum sein könnten, Lieferungen durchführen, Transporter entladen und verschiedene alltägliche Prozesse automatisieren. Und alles begann an der TUM.
Interview geführt von Arda Can Boyraz