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Enrica Tricomi mit Bertha-Benz-Preis ausgezeichnet
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In ihrer Dissertation beschäftigt sich die Bioingenieurin Tricomi mit weichen Exoskeletten, die das Gehen unterstützen und die Nutzerinnen und Nutzer wie ein Kleidungsstück tragen können. Das Besondere: Sie entwickelte nicht nur die wissenschaftliche Grundlage, sondern auch buchstäblich ein gangbares Produkt. „Das System erkennt, wie schnell oder langsam sich die Person bewegt, passt sich an das jeweilige Gewicht der Beine an und unterstützt entsprechend individuell“, erläutert die Forscherin aus der Technischen Universität München (TUM).
Robotische Hose funktioniert per Plug & Play
Ihre Smart Robotic Shorts erfordern keinerlei Voreinstellungen, sind innerhalb von wenigen Minuten angezogen und einsatzbereit. Sie funktionieren quasi per „Plug & Play“. Sobald die robotische Hose angezogen ist, ziehen zwei dünne Drähte, die vom Oberschenkel bis zum Hüftgurt reichen, gleichzeitig nach oben und nehmen der Muskulatur im Oberschenkelbeuger einen Teil der Arbeit ab. Ein am Oberschenkelgurt angebrachtes Messgerät ermittelt die Winkelstellung und -geschwindigkeit der Beine. Genau beim Übergang in die Schwungphase gibt das Gerät ein Signal an die Motoren. Dabei ist es egal, ob ein älterer Mensch die robotische Hose trägt oder aber ein sportlicher Jugendlicher.
Verteidigt hat Enrica Tricomi ihre Doktorarbeit an der Universität Heidelberg. Im März letzten Jahres ist sie zur TUM gewechselt ist, wo sie nun als „Post-Doc“ im Lehrstuhl für Intelligente Bio-Robotische Systeme von Prof. Lorenzo Masia tätig ist.
Weitere Informationen:
Video der Bertha Benz-Stiftung - www.youtube.com/watch;
Den mit 15.000 Euro dotierten Bertha-Benz-Preis erhalten Ingenieurwissenschaftlerinnen, die durch ihre Forschung während der Promotion einen besonderen Beitrag für die Gesellschaft geleistet haben. Die Daimler und Benz Stiftung möchte mit der Auszeichnung ausdrücklich Frauen in ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen ansprechen und deren berufliche Laufbahn unterstützen. Der Preis steht für Neugierde, Mut, Durchhaltevermögen und Pioniergeist im Sinne der Namensstifterin Bertha Benz, die im Jahr 1888 die weltweit erste Fernfahrt in einem Automobil unternahm.
Siehe auch: https://www.daimler-benz-stiftung.de/format/bertha-benz-preis/
Text: Andreas Schmitz